Wissenswertes … Stillzeit & Stillen

Nahaufnahme eines schlafenden Babys, das an der Brust einer Mutter nuckelt.

Stillen & Stillzeit – Der beste Start ins Leben

Stillen – weit mehr als Ernährung

Stillen ist die natürliche Ernährungsform eines Säuglings und bietet weit mehr als die Versorgung mit Nährstoffen. Muttermilch passt sich den Bedürfnissen des Kindes an und fördert Bindung, Immunabwehr und Entwicklung. WHO, UNICEF und die Nationale Stillkommission empfehlen ausschließliches Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten und anschließend das Weiterstillen parallel zur Beikost.

Die erste Stunde nach der Geburt

Die sogenannte Golden Hour mit ununterbrochenem Hautkontakt unterstützt Temperaturregulation, Blutzuckerstabilität, Bindung sowie den Stillbeginn. Viele Neugeborene finden die Brust selbstständig.

Kolostrum

Kolostrum enthält besonders viele Antikörper, Immunzellen, Eiweiß und Vitamin A. Es schützt den Darm und unterstützt die Reifung des Immunsystems.

Milchbildung

Die Milchbildung wird durch Prolaktin gesteuert, der Milchspendereflex durch Oxytocin. Häufiges und effektives Anlegen erhöht die Milchproduktion.

Richtiges Anlegen

Ein weit geöffneter Mund, nach außen gestülpte Lippen und hörbares Schlucken sprechen für korrektes Anlegen. Schmerzen sind kein normaler Bestandteil des Stillens.

Stillen nach Bedarf

Gesunde Neugeborene trinken meist 8–12-mal innerhalb von 24 Stunden. Frühe Hungerzeichen sind Suchbewegungen, Schmatzen und Hände zum Mund.

Ausreichende Milchmenge

Mindestens fünf bis sechs nasse Windeln täglich, hörbares Schlucken und eine altersgerechte Gewichtszunahme sprechen für eine ausreichende Versorgung.

Ernährung der Mutter

Empfohlen wird eine abwechslungsreiche Ernährung. Der Energiebedarf steigt um etwa 450–500 kcal täglich. Getrunken wird nach Durstgefühl.

Medikamente, Alkohol, Nikotin und Koffein

Viele Medikamente sind stillverträglich. Alkohol sollte möglichst vermieden werden. Rauchen erhöht Gesundheitsrisiken. Bis etwa 200–300 mg Koffein täglich gelten meist als unbedenklich.

Häufige Stillprobleme

Wunde Brustwarzen, Milchstau und Mastitis lassen sich häufig durch frühe Beratung erfolgreich behandeln.

Abpumpen

Muttermilch kann bis zu 4 Stunden bei Raumtemperatur, bis zu 4 Tage im Kühlschrank und bis zu 6 Monate tiefgefroren aufbewahrt werden.

Wann Hilfe notwendig ist

Bei Fieber, starken Schmerzen, Trinkschwäche oder unzureichender Gewichtszunahme sollte eine Hebamme oder Ärztin bzw. ein Arzt hinzugezogen werden.

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse (Stand Juli 2026)

Früher Hautkontakt verbessert den Stillerfolg. Ausschließliches Stillen reduziert Infektionsrisiken. Längeres Stillen ist mit gesundheitlichen Vorteilen für Mutter und Kind assoziiert.

Quellen (Auswahl)

·         AWMF: S3-Leitlinie 'Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung' (2026).

·         WHO: Breastfeeding – laufend aktualisierte Empfehlungen (abgerufen Juli 2026).

·         UNICEF: Infant and Young Child Feeding (abgerufen Juli 2026).

·         Nationale Stillkommission (2024–2025).

·         Academy of Breastfeeding Medicine – Clinical Protocols (2024/2025).

Medizinischer Hinweis:

Diese Information ersetzt keine individuelle Untersuchung oder Behandlung. Bei Beschwerden, Risikofaktoren oder kompliziertem Geburtsverlauf ist eine persönliche medizinische oder physiotherapeutische Beurteilung erforderlich.